Projekte

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- Kleidermarkt

- Nachhilfe Projekt

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Hilfe zur Selbsthilfe

Helfen ist nicht einfach, wie uns unsere Erfahrung gezeigt hat. Helfen ist oft sehr anstrengend und erfordert eine genaue Kenntnis der Menschen und ihrer Lebensumstände und vor allem ein hohes Maß an Feingefühl, um Hilfe zur Selbsthilfe tatsächlich zu verwirklichen.

Wie verstehen wir Hilfe zur Selbsthilfe bzw. was tun wir, um dieser Anforderung möglichst gerecht zu werden?

Schwester Sonias Motto lautet, dass man den Menschen einen Stock geben soll, damit sie laufen lernen, jedoch solle man sie nicht an diesem Stock festbinden, was bedeuten soll, dass Hilfe zur Selbsthilfe eine Begleitung und nicht eine Bevormundung sein soll.

Das Begleiten ist ein langwieriger Prozess, weil die Menschen des Viertels sich selbst oft kaum etwas zutrauen bzw. es oft gewohnt sind, zu warten, bis Hilfe kommt. (So wie es die Politiker kurz vor den Wahlen betreiben, und Lebensmittelpakete für Stimmen vorbei bringen). Deswegen ist es wichtig, dass jeder etwas zum Wohlergehen des Projektes beiträgt – Vom Kind bis zum Erwachsenen, weil jeder fähig ist, in seinem Maße etwas beizutragen.

„Niemand ist so reich, dass er nichts empfangen kann und niemand ist so arm, dass er nichts geben könnte“  so Sonia.

Bewusstseinsbildung verlangt Zeit, Geduld und vor allem einen Glauben an die Menschen und ist ein schwieriger und vor allem langer Weg, den man nur gemeinsam beschreiten kann.

So gut es möglich ist, werden die Menschen des Viertels in Verantwortungen und vor allem Entscheidungen miteinbezogen. Ziel ist es, sie Schritt für Schritt in Entscheidungsprozesse mit einzubinden und ihnen Verantwortungen zu übergeben, jedoch hat alles seine Zeit, die unbedingt gegeben werden muss. Auch mit Enttäuschungen und Rückzug mussten wir im Umgang und in der Arbeit mit einigen Menschen umgehen lernen, was wahrscheinlich auch dazu gehört und uns für die Zukunft lehrt.

Gerade für uns Europäer ist die Begegnung mit der lateinamerikanischen Mentalität eine spannende und lehrreiche Erfahrung. Viele Dinge geschehen hier langsamer – für uns oft zu langsam, weil wir es meist gewohnt sind, gesteckte Ziele schnell und effizient durchzuführen. Auch in Argentinien ticken die Uhren anders, jedoch nicht immer aufgrund einer Bequemlichkeit der Leute, sondern aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten (kein Telefon) oder auch Streiks oder komplizierter Bürokratie.

Durch gegenseitiges Lernen und Tolerieren kann gerade in so einem interkulturellen Projekt vieles erreicht werden. Feste Regeln, Grenzen und Vereinbarungen müssen dafür gelten.